Und der Gewinner ist……!

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……die Anekdote über die Freiheit auf dem Motorrad.

29. Juni 2015
Hinten auf dem Motorroller sitzen. Die kühle Nachtluft auf der Haut spüren, den Wind in den Haaren. Über mir unzählige Sterne und der weiße Mond. Langsam die Arme ausbreiten und fliegen.
Fliegen. Freiheit. Glück. So fühlt es sich an.

Es war ein sehr knappes Rennen, doch diese kleine Geschichte ist der Sieger. Aber auch andere Anekdoten haben von euch Stimmen bekommen. Auf Platz zwei mit zwei Wertungen sind die Erzählungen über den Verkehr in Indonesien und die Drachen steigen lassenden Kinder. Und mit einer Stimme dabei ist die musikalische Fahrt im Red Car.

Vielen Dank, dass ihr mitgemacht habt! Und euch allen noch ein schön sonniges Wochenende 🙂
Eure Lea

Goodbye Sanphakwan – Mein letzter Schultag in Thailand

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Der größte und schlimmste Abschied stand Zarah und mir am letzten Mittwoch in Chiang Mai bevor. Am Tag zuvor waren bereits Marika und Laura tränenüberströmt von der Schule nach Hause gekommen und somit wussten wir, was uns bevorstand…

Mit Geschenken beladen fuhren wir ein letztes Mal mit unserem Roller den Schulweg durch die Reisfelder den Blick auf die Berge gerichtet zur Sanphakwan, die unser Arbeitsplatz für ein Jahr gewesen war.
Um halb neun begann wie immer die Morgenzeremonie, diesmal allerdings in dem neu gebauten Gebäude, das eben erst (einigermaßen) fertig geworden war. Alle Schüler und Kindergartenkinder hatten sich dort versammelt, denn nach der alltäglichen Zeremonie sollte eine kleine Abschiedszeremonie für uns stattfinden.

Zarah und ich sollten uns dafür auf Stühlen vor die Schülerversammlung setzen, dann hielt Maipoe aus der 5. Klasse eine kurze Ansprache auf Englisch, in der sie sich im Namen aller Schüler dafür bedankte, dass wir an der Sanphakwan unterrichtet haben und wünschte uns viel Glück für unsere Zukunft.

Anschließend kam ein kleiner Junge aus dem ältesten Kindergartenjahr nach vorne. Er klammerte sich krampfhaft an einem Zettel in seiner Hand fest auf dem ein paar Worte in Thai Lautschrift geschrieben waren und bedankte sich ebenfalls bei uns. Er sprach zwar sehr leise und abgehakt, aber es war trotzdem erkennbar, dass er auf Englisch zu uns sprach. Und dann kam der „Schlimmste“ Teil der Veranstaltung, denn nun kam jedes einzelne Kind zu uns nach vorne, überreichte uns eine selbstgestaltete Grußkarte, manchmal noch ein kleines Geschenk und umarmte uns. Spätestens als Namdta aus meiner 2. Klasse ihre Abschiedsworte sprach, konnte ich meine Tränen nicht mehr zurückhalten.

DIe Kindergartenkindern beim verabschieden

DIe Kindergartenkindern beim verabschieden

Meine 2. Klasse :(

Meine 2. Klasse 😦

Ich weine nicht gerne, eigentlich nie, vor Anderen aber an diesem Morgen ging es nicht anders. Abwechselnd versuchten Zarah und ich uns zu trösten, denn für uns war es jeweils am Schwierigsten sich von den eigenen Klassen zu verabschieden.
Ich konnte den Kindern kaum in die Augen sehen, denn die ganze Zeit schwirrte in meinem Kopf der Satz herum: „Das letzte Mal. Es ist das letzte Mal, dass du sie siehst.“ Ablenkung war da unmöglich, auch wenn ich alles versucht habe.

Nach dem alle Klassen sich von uns offiziell verabschiedet hatten, kamen die Lehrer und überhäuften uns mit Geschenken. Und natürlich wurde noch einmal mit allen Klassen und den Lehrern Fotos geschossen. Also Tränen wegwischen und das inzwischen perfekt sitzende Modellächeln, dass wir uns hier spätestens nach den ersten zwei Monaten angelegt hatten, aufsetzen. Auch Zarah und ich überreichten unsere Geschenke an die Lehrer und neue Spielgeräte für die Schüler, die wir gekauft hatten und dann ging es für alle in den normalen Unterricht.

Abschiedsfoto mit den Lehrern

Abschiedsfoto mit den Lehrern

Kru Ganya überreicht uns ihr Geschenk

Kru Ganya überreicht uns ihr Geschenk

Nur nicht für Zarah und mich, denn wir hatten nichts auf dem Stundenplan stehen. Also nutzen wir die Zeit, um noch einmal jede unserer Klassen zu besuchen.
Ich setzte mich für eine Stunde in den Matheunterricht der  2. Klasse und beobachtete sie beim schriftlichen addieren. Unterhielt mich lange mit Kru Pathalie und ließ dann von allen Schülern und auch von Pathalie mein Sanphakwan T-Shirt unterschreiben.

Unterschriften sammeln in der 2.

Unterschriften sammeln in der 2.

In der 3. Klasse war keine Lehrerin anwesend, also spielte ich mit den Kindern ein wenig „Hangman“ und Tier-Bingo. Ksua nahm mir wieder meine Kamera ab und fotografierte begeistert alle, die ihm vor die Linse liefen und ich nutze jede Gelegenheit, um die Kinder noch ein letztes Mal zu umarmen und mit ihnen Klatschspiele zu spielen. In diesem Moment kam es mir unmöglich vor, dass alles bald nicht mehr zu haben.

Spielen in der 3. Klasse

Spielen in der 3. Klasse

In der 4. Klasse hatte Kru Ganya ein Arbeitsblatt auf Englisch für die Kinder vorbereitet und fragte mich, ob ich ihnen dabei helfen würde. Ich sagte liebend gerne zu und bekam so doch noch die Möglichkeit an meinem letzten Tag ein wenig zu unterrichten. Aber auch in dieser Klasse wurde erneut eifrig fotografiert, mit eigenen Smartphones oder meinem Fotoapparat, um alles festzuhalten.

Die Mädels aus meiner 4. und natürlich Seng Lou

Die Mädels aus meiner 4. und natürlich Seng Lou

Erst gegen 15 Uhr trafen Zarah und ich uns wieder, denn wir waren mit der 3. Klasse beim Pool zum Schwimmunterricht verabredet.

Doch vorher hieß es Abschied nehmen von der Sanphakwan, ein letztes Mal betraten wir all’ die bekannten Räume: das Lehrerzimmer, die Bibliothek, den Essensaal.
Gingen in jede Klasse, um den Lehrern und Schülern ein letztes Mal auf Wiedersehen zu wünschen und einige Kinder forderten uns dazu auf, sie in den Koffer zu packen und mit zu nehmen. Nur zu gerne wären wir diesen Vorschlägen gefolgt…

Es wurde noch ein bisschen herumgealbert, Alice aus meiner 4. sagte ganz kalt „Tschüß!“ und drehte sich dann um, als würde es sie nicht interessieren, dass wir jetzt gehen. Zarah und ich spielten ganz empört mit, doch dann drehte sie sich mit einem dicken Grinsen um und rief: „See you again!“ Wir lachten zusammen, doch eigentlich kämpfte ich schon wieder mit den Tränen.

Ganz zum Schluss erreichten wir die 2. Klasse mit Kru Pathalie und hier ließen uns die Kinder gar nicht mehr los, als wir uns verabschieden wollten. Eine riesige Traube an Kindern hing an meinen Beinen, alle wollten mich ein letztes Mal umarmen, an meinen Händen hüpfen und ich wollte auf gar keinen Fall gehen.
Aber nach einem letzten Foto mit Kru Pathalie war es soweit. Zarah und ich stiegen auf unseren Roller, starteten den Motor und verließen das Schulgelände. Das war’s. Auf der Rückfahrt durch die altbekannten Felder konnte ich es nicht fassen wie schnell die Zeit hier vergangen war, so genau stand mir noch mein erster Schultag als Lehrerin vor Augen, dass ich nicht glauben konnte, alles bereits hinter mir zu haben.

Das letzte Foto mit Pathalie und meinen Kleinen

Das letzte Foto mit Pathalie und meinen Kleinen

Am Pool wurden wir bereits sehnsüchtig von der 3. Klasse erwartet und vergaßen den Abschiedsschmerz schnell als wir mit den Kindern im Wasser umhertollten. Doch auch diese Stunde verstrich viel zu schnell und urplötzlich saßen die Schüler auch schon wieder in ihrem Bus und winkten uns zum Abschied, als sie zurück zur Schule fuhren. Wir blieben allein zurück in Kwuanviang, aber immerhin mit deutlich besserer Laune, als vor dem schwimmen.

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Am Donnerstag hieß es dann für uns packen. Laura und Marika waren bereits den Abend vorher nach Bangkok gefahren, um unsere Freundinnen aus Chiang Rai und Mae Sai zu treffen, doch wir hatten uns dafür entschieden so lange wie möglich in Chiang Mai zu bleiben.

Den gesamten Morgen verzweifelten wir vor unseren Koffern und Taschen, um alle unsere Mitbringsel und Erinnerungen hinein zu zwängen. Aber irgendwann hatten wir es geschafft und unser Haus wirkte so ausgestorben und leer wie bei unserer Ankunft.
Am Abend stand uns ein weiterer Abschied bevor: von „unserem“ Restaurant, der Köchin Aim und ihren Eltern, die uns im Laufe des Jahres so ans Herz gewachsen waren.
Zum letzten Mal bestellten wir beide die Nr. 12, unser Lieblingsgericht „Fried Red Curry“, und saßen bestimmt noch zehn Minuten vor unseren leeren Tellern, weil wir nicht gehen wollten. Als wir dann in der Küche standen und uns von Aim und ihren Eltern verabschiedeten, fingen wir beide wieder an zu weinen. Sie gab uns einen kleinen Vogel zum Abschied, doch dann mussten wir zurück zum Haus.
Noch einmal gingen wir zu Yim, unserer Wäschefrau, und ihrer Familie, machten noch ein Abschiedsfoto und dann hieß es warten auf Nok, die uns zum Busbahnhof fahren wollte.

Unsere Koffer und Taschen standen fertig im Wohnzimmer, alles war leer geräumt und kalt. Als ich in der Tür zu Marikas und meinem Zimmer stand, dass für ein Jahr unser gemeinsames Reich gewesen war, und ich zum letzten Mal das Licht ausschaltete, kamen mir zum zweiten Mal an diesem Abend die Tränen. Der Abschied von unserem Haus war schwerer als gedacht.
Ich setzte mich zu Zarah auf das Sofa im Wohnzimmer, sie hatte die Lichterketten angemacht, die ein warmes Licht spendeten und Musik angeschaltet. Erst lief „Supergirl“ von Reamonn, dann „Summertime Sadness“ von Lana del Ray. In Stille nahmen wir Abschied, bis wir draußen die Scheinwerfer von Noks Auto bemerkten.

Am Busbahnhof verabschiedeten wir uns erst von Nok, die uns dazu einlud bald wiederzukommen, dann trafen wir noch ein letztes Mal auf Mas, die vorher angekündigt hatte auch noch vorbei zukommen.
Und schließlich saßen wir auf unseren Plätzen im Nachtbus und verließen Chiang Mai, die Rose Nordthailands und die Stadt, die mir in Thailand am besten von allen gefallen hat.

Das war’s also, mein Jahr in Thailand ist um und damit ist auch das Thema dieses Blogs ausgeschöpft. Am Samstag gibt es noch das Ergebnis der Abstimmung (ich hoffe, dass bis dahin noch ein paar Stimmen dazukommen) und dann herrscht wohl wirklich Sendepause.

Es hat mir sehr viel Spaß gemacht diesen Blog zu führen, mehr als ich erwartet habe und es gab kaum einen Moment, wo ich das Gefühl hatte, etwas schreiben zu „müssen“. Danke, dass ihr bis zum Ende dabei wart, immer eifrig alles kommentiert habt und mir damit Rückmeldungen gegeben habt.

Ich habe mich immer unheimlich über eure Nachrichten gefreut und hoffe, ihr hattet ebenso viel Spaß mit dem Blog wie ich und habt Neues über Thailand und Südostasien lernen können.

Vielen Dank 🙂 und bis bald,
eure Lea

Verlängerung

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Auf allgemeine Nachfrage (und weil noch nicht alle mitbekommen haben, dass mein Blog noch weitergeführt wurde obwohl ich bereits wieder im Lande bin…tut mir Leid, ich bin leider noch nicht ganz fertig 😉 ) wird meine kleine Abstimmung um zwei Tage verlängert.

Also noch mal für alle: Ihr habt bis Freitag, den 31. Juli um 0:00 Uhr Zeit für eure Lieblingsanekdote (unter der Sparte „Anekdoten“) zu stimmen. Setzt dabei einfach einen kleinen Kommentar unter euren Favouriten und ich gebe dann am Samstag das Ergebnis bekannt.
Es gibt leider nichts zu gewinnen 🙂 , außer für euch noch einmal einen kleinen Überblick über meine Erlebnisse des letzten Jahres und für mich einen Einblick, was euch am besten gefallen hat.

Dann bis Samstag (evtl. auch bis morgen, wenn ich es endlich mal schaffe mich an meinen Abschlussbericht zu setzten…).

Alles Liebe,
eure Lea

Back again – …und alles, watte siehst is Oberhausen!

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Back again – …und alles, watte siehst is Oberhausen!

Hallo meine Lieben!

Unglaublich, aber wahr: ich bin wieder zurück in Deutschland! Am Dienstagabend sicher in Frankfurt gelandet, von meiner Familie mit Luftballons und Rosen begrüßt und zuhause das Wiedersehen mit meiner Oma, die mich wahrscheinlich von allen am meisten vermisst hat die letzten zwölf Monate.
Inzwischen habe ich den Jetlag fast überstanden (nachdem ich am Mittwoch um 5 Uhr wach war (10 Uhr in Thailand) und mich fragte: Was tun um die Uhrzeit?) und durfte bereits einen Großteil meines Freundeskreises und meiner Familie auf zwei Willkommensfeiern (einmal organisiert von meinen Eltern, einmal von meinen Freunden) wiedersehen.

Mir blieb fast keine Zeit zum durchatmen die letzten paar Tage, vielleicht eine gute Methode, um nicht an alles denken zu müssen, was man zurück gelassen hat. Andererseits habe ich bei all‘ der Vertrautheit, die mich hier umgibt, sowohl was mein Zuhause, als auch das Treffen mit meinen Freunden angeht, das Gefühl als wäre ich nie weg gewesen, als wäre nichts Nennenswertes passiert.
Dabei habe ich doch so viel gesehen und erlebt, neue Sprachen gelernt und Bekanntschaften geschlossen… aber nach drei Tagen hier erscheint das Leben, das Jahr in Thailand, nicht nur geographisch weit entfernt, sondern auch zeitlich. Fasst wie ein Traum…
Doch zum Glück bleiben mir meine Fotos, die Berichte auf dem Blog und meine Freunde aus Thailand, die mich daran erinnern können, dass alles wirklich stattgefunden hat.
Ich bin wieder voll und ganz hier und das Ankommen ging sehr viel schneller als erwartet, vielleicht sogar ein bisschen zu schnell.

Was allerdings den Blog angeht, der ist noch nicht ganz an seinem Ziel angekommen, ehrlich gesagt hinkt er noch ein wenig hinterher, da ich keine Zeit für meinen letzten Bericht gefunden habe. Denn einen Bericht zu meinem Abschied von meiner Schule, dem Haus, Kwuanviang Village und Chiang Mai wird es noch geben. Tja, und dann ist erst mal Schluss mit der LeaAtmosphäre bis ich mir überlegt habe, ob ich den Blog vielleicht zu einem anderen Thema weiterführen möchte.
Wir werden sehen.

Bis ich meinen Abschlussbericht verfasst habe, habe ich diesmal aber eine kleine Aufgabe für euch. Ich möchte wissen, welche von den kurzen Geschichtchen, die ich unter der Sparte „Anekdoten“ veröffentlich habe, euch am meisten berührt hat, worüber ihr lachen oder schmunzeln konntet und wo ihr etwas Neues erfahren habt.

Sucht euch eure Lieblingsanekdote heraus und klickt entweder auf den „Gefällt mir Button“ oder schreibt einen kurzen Kommentar darunter. Ihr habt Zeit bis zum Dienstag, den 28. Juli und am Mittwoch werde ich dann das Ergebnis verkünden und der Anekdote noch einmal einen Extrabericht widmen. Ich bin bereits sehr gespannt auf das Ergebnis und freue mich auf eure Teilnahme!

Also ein fröhliches Abstimmen und bis nächste Woche! (Ich hoffe mit dieser Ablenkungsmethode habe ich mir genug Zeit geschaffen, um den Abschlussbericht zu schreiben 😉 )

Abschiedsfeier in Kwuanviang

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Am letzten Sonntag (ich weiß, ich bin etwas hinterher) wollten wir für all die wichtigen Menschen, die uns in diesem Jahr in Thailand begleitet haben eine kleine Abschiedsgartenfeier geben.
Ich schreibe extra „wollten“, denn nachdem wir alles in unserem kleinen grünen Dschungel, genannt Garten, aufgebaut und dekoriert hatten, gerade die ersten Gäste eingetroffen waren, meldete sich natürlich die Regenzeit zu Wort.
Also wurde kurzfristig umgebaut und alle fanden sich unter dem Vorhof, der überdacht ist, zusammen. Zehn Minuten später hörte es natürlich wieder auf. Shit happens!

Das wäre ihr Preis gewesen....

Das wäre ihr Preis gewesen….

Trotzdem wurde das Fest sehr schön. Wir hatten nicht nur jeder unsere betreuenden Lehrer eingeladen, sondern auch Yim, unsere Wäschefrau und Nachbarin, Aim, unsere Restaurantfrau und unseren Betreuer Win, der aber leider nicht kommen konnte.
Wir hatten deutsche und italienische Kleinigkeiten vorbereitet, alles was mit unserer spärlichen Küchenausstattung möglich ist und besonders unsere Bananenwaffeln kamen bei den Gästen (und bei uns) sehr gut an.

Noch bei den Vorbereitungen

Noch bei den Vorbereitungen

Meine WG zusammen mit Aim und Yim

Meine WG zusammen mit Aim und Yim

Alles in allem ein sehr schöner Nachmittag an dem man nochmal gemeinsam über das vergangene Jahr tratschen, aber auch in die Zukunft blicken konnte. Und natürlich waren sich alle einig: Wir müssen sehr bald wiederkommen!

Wir kommen wieder!

Wir kommen wieder!

Zitat

„Many places I have been
  Many sorrows I have seen
  But I don’t regret
  Nor will I forget
  All who took that road with me.

(…)

The road is now calling
And I must away.

(…)

To these memories I will hold
With your blessing I will go
To turn at last to paths that lead home
And though where the road then takes me
I cannot tell
We came all this way
But now comes the day
To bid you farewell

I bid you all a very fond farewell.“

– Aus dem Song „The Last Goodbye“ von Billy Boyd –

Farewell

I will miss you…

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Ein Teil meiner 2. Klasse Kleine Rabauken, aber ich habe sie trotzdem alle sehr lieb ;)

Ein Teil meiner 2. Klasse
Kleine Rabauken, aber ich habe sie trotzdem alle sehr lieb 😉

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Der Klassenclown vorne im Bild

Der Klassenclown vorne im Bild

Dre der insgesamt sechs Mädchen aus der 2., ansonsten habe ich noch 16 Jungs zu bändigen

Dre der insgesamt sechs Mädchen aus der 2., ansonsten habe ich noch 16 Jungs zu bändigen

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Meine 3. Klasse: Da hat der Unterricht eigentlich immer Spaß gemacht!

Meine 3. Klasse:
Da hat der Unterricht eigentlich immer Spaß gemacht!

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Meine 4. Klasse :)

Meine 4. Klasse 🙂

DSCN2762 DSCN2764 AliceHeute war nochmal Fotosession in der Schule, denn morgen schon haben Zarah und ich unseren letzten Schultag. Ist das nicht verrückt? Habe ich nicht gerade erst von meinem ersten Schultag als Lehrerin berichtet und jetzt soll alles schon vorbei sein?
Ich kann es nur wenig realisieren, dass ich bereits nächste Woche wieder in Deutschland stehe und meine Schüler nicht mehr wiedersehen werde. Deshalb mache ich wohl momentan so viele Fotos in der Schule, um auch keinen der mühsam gelernten Thainamen zu vergessen und alle lächelnden Gesichter in Erinnerung zu behalten.
Wenn ich mir die Fotos so ansehe, vermisse ich meine Kinder jetzt schon….

Mein Jahr in Zahlen – Statistik

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In zwei Wochen geht es zurück in die Heimat; höchste Zeit mein Jahr hier in Thailand Revue passieren zu lassen. Hier sind ein paar Daten und Fakten zusammengetragen, die mein FSJ zumindest ein wenig zusammenfassen.
Wenn ich versuchen würde einen Text als Zusammenfassung zu schreiben, würde ich wahrscheinlich vor dem Abflug nicht mehr fertig werden…
Deswegen jetzt hier diese kleine Statistik, kurz und knapp:

Jahresdurchschnittstemperatur: gefühlt 37°C (mindestens!!)

Bereiste Länder: 3 (Thailand, Singapur, Indonesien (+ 2 Tagesausflüge nach Laos und Myanmar)
Visa Runs: 4

Flüge: 15 (inkl. Rückflug)
Busfahrten: habe ich verdrängt, auf jeden Fall zu viele
Fahrradplatten: zu oft…
Elefantenritte: 3

Moskitostiche: unzählbar
Hundebisse: 1
Krankenhausbesuche: 3

Unterrichtsstunden pro Woche: 40 (steht zumindest in meiner Bescheinigung, ich hatte irgendwie das Gefühl es wären weniger gewesen)
Schulausflüge: geschätzt 8

Thailändische Feiertage, die ich miterlebt habe:
– Muttertag (Geb. Königin)
– Vatertag (Geb. König)
– Loi Krathong
– Songkran
– Tag der Verfassung

Besichtigte Tempel: mind. 20
Kinobesuche: 2
Theaterbesuche: einmal und nie wieder!
Tanzaufführungen: 10
Cafébesuche: unendlich viele (dort gibt es AC 😉 )

Tierischer Besuch im Haus:
– 1 Schlange
– 1 Riesenspinne
– 1 Frosch
– Mind. 10 Kakerlaken
– Jede Menge Moskitos, Geckos und Ameisen!

Was ich vermissen werde:

– meine WG
– meine Schüler
– das superleckere Thai Essen & die Früchte
– unser Haus
– den Pool
– die schönen Cafés
– die Altstadt von Chiang Mai
– den Saturday Market
– die Freundlichkeit der Thais (besonders wenn man Thai mit ihnen spricht)
– meinen Tanzraum in Kwanviang
– das warme (nicht heiße!) Wetter

Was ich nicht vermissen werde:

– Moskitos
– Straßenhunde
– die Hitze
– das angestarrt werden nur weil man Westler ist
– das Rumsitzen und Langweilen in der Schule
– das Kritik nicht direkt geäußert wird, sondern einem nur das Gefühl gegeben wird etwas falsch zu machen, man aber nicht genau weiß was

Wochenende in den Bergen

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Dieses Wochenende sind wir alle vier, Zarah, Laura, Marika und ich, noch einmal mit Mas in ihr Heimatdorf Mae Jaem gefahren.
Zum einen, um Mas bei ihrem Englischunterricht zu unterstützen, aber vor allen Dingen um unsere gerade erst neu gewonnenen Freunde und Schüler ein letztes Mal wiederzusehen.
Dass es dort oben in den Bergen zusätzlich noch deutlich kühler ist, als im Backofen von Chiang Mai spielte ebenfalls eine Rolle. Das heiße Wetter ist langsam echt nicht mehr auszuhalten und es war sehr angenehm mal wieder mit Decke anstatt mit Ventilator schlafen zu gehen.

Wir wohnten diesmal direkt im Village bei Mas Mutter und fuhren nicht zu dem Dschungelcamp. Aus diesem Grund gab es diesmal nicht nur fließend Wasser, sondern zusätzlich auch Strom. Dennoch leben die Leute dort sehr sehr einfach. In den Bergen sieht man hauptsächlich traditionelle Thaihäuser, die aus Holz gebaut sind und auf Stelzen stehen, sodass man den Raum darunter als Garage oder Arbeitsplatz im Schatten nutzen kann. Das Bad mit meist nur einem Stehklo und einem Schlauch als Dusche ist in einem extra Häuschen untergebracht und über den Hof zu erreichen.

Ein traditionelles Haus in Mae Jaem

Ein traditionelles Haus in Mae Jaem

Das Badhäuschen von Mas Familie

Das Badhäuschen von Mas Familie

Die "Dusche"

Die „Dusche“

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Mas Familie besitzt ein Stelzenhaus aus Bambus, indem die Kochstelle untergebracht ist und wo auch gegessen wird, auf dem Boden natürlich. Stühle gibt es keine, stattdessen wird überall auf geflochtenen Strohmatten (in Deutschland bekannt als Strandmatten) gesessen.
Das Kochhaus ist über einen Holzsteg mit dem Wohnhaus verbunden, dass aus zwei Räumen besteht. Ein Schlafraum für Mas Schwester, ihren Ehemann und ihre kleine Tochter. Und daneben der Wohnraum, indem ein Fernseher und Schränke stehen und die Mutter schläft. Hier haben auch wir übernachtet und der ganze Raum glich einem einzigen Zeltlager.
Ebenfalls zur Familie gehört Lucky, ein kleiner wuscheliger und sehr hyperaktiver Hund, den Mas vor ein paar Jahren von Chiang Mais Straßen rettete. Außerdem laufen unzählige Hühner auf dem Gelände herum und hinter dem Badhäuschen befindet sich ein kleines Gehege für das Schwein.

Küche und Esszimmer

Küche und Esszimmer

Die offene Kochstelle

Die offene Kochstelle

Das Wohn- und Schlafzimmer

Das Wohn- und Schlafzimmer

Das Schwein genießt die Aussicht

Das Schwein genießt die Aussicht

Im Laufe des Wochenendes betraten wir noch viele weitere Häuser im Dorf, da uns viele der Bewohner zu sich nach Hause einluden, um sich mit uns zu unterhalten. Wir besuchten einige Elternpaare unserer Schüler und machten uns ein Bild von ihrer Lebensweise.
Unter anderem lernten wir die Mutter von Dteeng Moo kennen und ihre zwei Monate alte Schwester Dteeng Kwa. Warum ich das erwähne? Der Witz liegt in den Namen der beiden Schwestern.
Bei der Geburt suchen die meisten Eltern in Thailand ihren Kindern nämlich nicht nur einen richtigen Namen, sondern auch noch einen Spitznamen aus, der auch in den meisten Fällen benutzt wird, um die Kinder zu rufen. Und Dteeng Moo bedeutet auf Thai nun mal „Wassermelone“, Dteeng Gkwaa „Gurke“. 🙂 Mir ist immer noch ein Rätsel wie man seinen Kindern einen solchen Spitznamen geben kann. Und „Gurke“ erinnert mich persönlich ganz stark an „Türkisch für Anfänger“.
Bei allen Familien, die wir besuchten wurden wir zum Essen eingeladen und nicht nur aus Höflichkeit, sondern auch weil das Essen der Karen und die tollen Früchte, die sie uns anboten so lecker sind, konnten wir ihre Angebote selten ausschlagen.
Bei den Karen (einer ethnischen Minderheit in Thailand, mehr im Bericht zum Doi Inthanon) herrscht eine unglaubliche Gastfreundschaft und Offenheit, dass es einem die Sprache verschlägt. Sie haben selber sicherlich nicht viel, aber alles wird geteilt und in jedem noch so kleinen Haushalt wurden wir freundlich als Gäste empfangen und bewirtet.
Eine einzigartige Erinnerung ist auch das Abendessen am Samstag im Kreis einer Familie mit zwei Kindern zusammen mit Mas und den Nachbarn der Familie. Es war eine so entspannte, lockere Atmosphäre, es wurde sich abwechselnd auf Englisch und Thai unterhalten und der dreijährige Sohn der Familie schaffte es mit seinem fröhlichen und ausgelassenen Lachen sich in die Herzen aller Anwesenden zu schleichen.

Am Samstagnachmittag unterrichteten Zarah und ich anderthalb Stunden im Nachbardorf Mae Hen. Bestimmt 50-60 Kinder im Alter von 6 bis 15 Jahren hatten sich in dem Kirchenraum versammelt und stellten unser Improvisationstalent auf eine harte Probe, schließlich waren wir nicht vorbereitet auf so viele Kids. Aber nach fast elf Monaten als Lehrerinnen und als eingespieltes Team aus Horrorkindergartenstunden klappte die Stunde doch sehr gut und alle hatten eine Menge Spaß.
Diese Kinder treffen sich jeden Samstag an der Kirche des Dorfes, um zusammen Fußball zu spielen, Filme zu gucken oder manchmal auch unterrichtet zu werden. Es ist eine Freizeitmöglichkeit für sie, da ihre Eltern meist auch am Wochenende auf den Feldern arbeiten und keine Zeit für sie haben.

Mas erzählte uns auch, dass das Dorf einige Spenden aus Amerika und weiteren Ländern erhält, um die Bildung der Kinder zu unterstützen und ihnen eine Zukunft in einem weniger harten Job als der Landwirtschaft zu bieten.
Nur kommt von diesen Geldern nichts bei Mas oder den anderen Helfern wie Duan und Kat an, denn dem Mann, dem das Konto gehört auf das das Geld überwiesen wird, behält alles für sich. Er habe inzwischen ein neues Auto und viel an seinem Haus umgebaut, meinte Mas und versucht sie davon abzuhalten ihren Englischunterricht weiterzuführen. Denn sollte irgendwann mal einer der Geldgeber auf die Idee kommen vorbeizuschauen und es gibt nur eine Person, die ihm auf Englisch die Lage erklären kann, wäre es vorbei mit seinem Spielchen.
Aus diesem Grund setzt er nicht nur Mas, sondern auch Kat, die ebenfalls gut Englisch spricht sehr unter Druck und versucht sie aus dem Dorf zu ekeln. Mas will sich nun eine Weile zurückziehen, um die Lage abzuwarten und so war sie dieses Wochenende erst einmal zum letzten Mal in Mae Jaem zum unterrichten.
Ein schlimmer Rückschlag für sie, aber besonders für die Kinder, denen der zusätzliche Unterricht sehr viel bedeutet, nicht nur für ihre Zukunft.

Am Sonntag wanderten wir durch die grüne Berglandschaft vorbei an Reisfeldern, Obstgärten und Gewächshäusern. Hier in den Bergen wird eine Menge an Obst und Gemüse angebaut, unter anderem Salat, Tomaten, Zucchini, Trauben und Erdbeeren.
Und soweit das Auge reicht nur grüne Berghänge, die Dächer kleiner Dörfer und nicht weit entfernt der wolkenverhangene Gipfel des Doi Inthanon (der höchste Berg Thailands). Eine traumhafte Landschaft, in der man sich komplett abgeschnitten von der Welt fühlt.

Das Dorf von oben

Das Dorf von oben

Der Gipfel des Doi Inthanons hinter Wolken versteckt

Der Gipfel des Doi Inthanons hinter Wolken versteckt

Gemüsefelder soweit das Auge reicht

Gemüsefelder soweit das Auge reicht

Nach dem Mittagessen bei Kat und Duan hieß es auch schon Abschied nehmen von unseren Schülern und Mas Familie. Schade, dass wir Mas erst so kurz vor Schluss kennengelernt haben, sonst wären wir mit Sicherheit noch öfter an diesen Ort der Gastfreundschaft und Herzlichkeit gefahren.

Zusammen mit Dee und Bee

Zusammen mit Dee und Bee

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Mas Schwester mit ihrer Tochter

Mas Schwester mit ihrer Tochter

Von links: Laura, Marika, Mas, Zarah und ich

Von links: Laura, Marika, Mas, Zarah und ich

Das letzte Mal

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Am Freitag unterrichte ich zum letzten Mal meine 2. Klasse. Ich werde die Schüler die anderthalb Wochen danach zwar noch auf dem Schulhof sehen, aber nie wieder unterrichten. Auch nicht, wenn ich in den nächsten Jahren wiederkomme und die Schule besuche, denn dann sind vielleicht noch nicht einmal alle Kinder mehr auf der Schule und ich kann froh sein, wenn sie mich erkennen.

Noch zwei Stunden in der 2., drei Stunden in der 3. und fünf in der 4. Klasse. Erschreckend wie schnell die Zeit hier vergangen ist und sich doch gleichzeitig wie Kaugummi zog, wenn ich mal wieder ohne sinnvolle Beschäftigung in der Schule rumhockte. Wahrscheinlich hatte ich noch nie in meinem Leben so oft Langeweile wie hier. Und doch habe ich gleichzeitig noch nie so viel erlebt und gesehen wie in diesem Jahr.

Pii aus meiner 2. Klasse

Pii aus meiner 2. Klasse

Am Montag im kleinen Kindergarten

Am Montag im kleinen Kindergarten

Auch die nächsten und letzten zwei Wochen in Chiang Mai sind bereits komplett verplant und ich habe eigentlich keinen freien Nachmittag.
Noch ein letztes Mal in meine Lieblingscafés fahren, den besten Thai Eistee trinken, den ich hier gefunden habe. Ein letztes Mal durch Chiang Mais Altstadt bummeln und in den unzähligen Tempeln eine kleine Pause einlegen. Ein letztes Mal auf dem Nachtmarkt shoppen.
Bei meinem Lieblingsfruitshakestand einen Mango Fruit Shake trinken und schon jetzt die süßen Früchte vermissen, wenn ich wieder in Deutschland bin. Ein letztes Mal im vegetarischen Restaurant „Morning Glory“ essen, indem wir bereits Stammkunden sind. Ein letztes Mal mit Zarah und Marika tanzen gehen.

Der allerbeste Thai Eistee

Der allerbeste Thai Eistee

Mein Lieblingsstand am Chiang Mai Gate

Mein Lieblingsstand für Fruit Shakes am Chiang Mai Gate

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Die nächste Zeit ist geprägt von solch’ großen und kleinen Abschieden, von Orten, Essen und Tätigkeiten, aber insbesondere von den Menschen, die mich das Jahr über begleitet haben. Von ihnen wird mir der Abschied wohl am schwersten fallen.
Allen voran meine Schüler, die mich schon ganz verzweifelt gefragt haben, warum ich denn gehen muss.
Von meiner Lehrerin Nok, die mich nicht nur an der Schule betreut hat, sondern Zarah und mich auch zu einigen Ausflügen eingeladen hat.
Von Kru Pathalie, der Lehrerin der 2. Klasse, die mir jede Stunde einen Kakao macht, mich mit Leckereien versorgt und sich mit mir unterhält, obwohl sie kaum ein Wort Englisch kann.
Von unserer Nachbarin Yim, ihrem Mann und ihrer Mutter bei denen wir immer unsere Wäsche waschen und die sich immer danach erkundigen, was für Pläne wir am Wochenende haben und wie es in der Schule läuft.
Bei Aim, der Köchin in „unserem“ Restaurant. Sie ist die Herzlichkeit in Person, hat immer ein Lächeln und kocht auch für uns, wenn das Restaurant eigentlich geschlossen hat. Sie, ihre Mutter und ihren Vater, der uns ab und an Früchte schenkte und immer darauf achtet, dass auch der Ventilator auf uns gerichtet ist, werde ich sehr vermissen.
Ich muss mich von Win verabschieden, der immer für uns da war bzw. ist, wenn wir ihn brauchten, uns Thai Unterricht in seiner Freizeit gab und uns mit in sein Heimatdorf nahm.
Und dann ist da noch der Abschied von meiner WG, Zarah, Marika und Laura mit denen ich am meisten Zeit verbracht habe in diesem Jahr und die ich in Deutschland so selten sehen werde, weil wir wieder überall verstreut sein werden.

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In genau drei Wochen bin ich wieder auf deutschem Boden und bereits dann wird mir das Leben in Thailand wie eine weit entfernte Parallelwelt vorkommen.
Aber so ist das nun mal, denn die Zeit lässt sich schließlich weder anhalten noch zurückdrehen. Inzwischen freue ich mich auch auf sehr viele Dinge in Deutschland und das wird den Abschied von Thailand hoffentlich leichter machen.
Der Countdown läuft…